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09.07.2009

Quelle:Frankfurter Rundschau

Die ersten denken um

Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) hat die Diskussion neu begonnen. Bislang hatte die Kammer stets für eine Vollanbindung plädiert. Jetzt deutet sich aber ein Umschwenken an. Sprecherin Susanne Jung befürchtet, dass für die von der Kammer bevorzugte Lösung aus finanziellen Gründen "der Zug abgefahren ist".

Da ein Haltepunkt in Darmstadt aber nötig sei, befinde sich die IHK nun wieder in der Prüfungsphase. Bis Anfang September will die Kammer Position beziehen.

Mit Skepsis haben dagegen Politiker auf die von der Bahn vorgelegten Pläne reagiert. "Die Vorschläge überzeugen nicht", heißt es in einer aus dem Landtag gemeinsam verschickten Presseerklärung von den Fraktionsvorsitzenden von CDU und FDP, Rafael Reißer und Leif Blum, sowie Karin Wolff (CDU). Sie fordern eine Vollanbindung an den Hauptbahnhof und sehen die Verkehrs- und Finanzierungsproblematik weiterhin nicht geklärt. Außerdem kündigen sie an, mit Verkehrsminister Dieter Posch das Thema zu erörtern.

Keine Meinungsänderung gibt es beim "Verein für Innovative Verkehrssysteme Darmstadt". "Die Vollanbindung ist die richtige Lösung", sagt Sprecher Stefan Opitz. Auch der vorgeschlagene Fünf-Minuten-Takt von Straßenbahnen vom Hauptbahnhof könne nicht verhindern, dass wegen Umsteigens Fahrgastpotenzial nicht ausgenutzt werden könne. Die Stadt müsse die Kosten für einen schnellen Rhythmus zahlen. Bei Anbindung über den Hauptbahnhof müsse zudem schon jetzt auf der Rhein-Neckar-Straße Lärmschutz installiert werden.

Auch Brücken würden bei einer Schleife zum Hauptbahnof ohne Finanzbeteiligung der Stadt erneuert, sagt der Sprecher der Interessengemeinschaft Siedlung Tann, Helmut Lang. Er ist für die Vollanbindung und gegen die Tann-Lösung. Dazu müssten Teile des Westwaldes gerodet werden. Wenn der ICE-Halt an der Autobahn kommen müsse, dann westlich der A5 und mit Anschluss an die Autobahn. Ansonsten würde der Zubringerverkehr durch die Siedlung fahren. Er hofft darauf, dass sich die Stadtverordneten von ihrer ablehnenden Haltung nicht abbringen lassen.

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