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03.12.2001

IVDA Presseerklärung:

Presseerklärung zum Stadtteilumbau Arheilgen

 

Am 29. November wurde in dieser Zeitung über die Veranstaltung des kommunalpolitischen Arbeitskreises der CDU berichtet, auf dem auch der anstehende Stadtquartierumbau Arheilgen sowie der damit verbundene zweigleisige Straßenbahnausbau bis Arheilgen Nord thematisiert wurden. Die angeführten Informationen sind jedoch sachlich vielfach nicht richtig und bedürfen daher einer Richtigstellung.

Der im Verlauf des Artikels von Arheilger Bürgern vorgeschlagene Rückbau der Straßenbahn bis Merck und der Einrichtung eines Busverkehrs in ganz Arheilgen als Ersatz sind stadtplanerisch sinnlos, wirtschaftlich und logistisch unüberlegt und zeigt große Wissenslücken bei den Verfechtern dieser Idee auf. Die Linie 7/8 ist im Bereich Merck bis Hofgasse mit 8230 Fahrgästen pro Wochentag eine der fahrgaststärksten Linien Darmstadts; hinzu kommen 1480 Fahrgäste auf der Linie WX und 520 auf der Linie A (Stand: DADINA-Fahrgastzählung 1997, neue Zählung wird in Kürze veröffentlicht, es ist mit Steigerungen zu rechnen).

Allein um die schon jetzt bestehende Nachfrage zu befriedigen müßten etwa doppelt so viel Busse eingesetzt wie heute Straßenbahnen verkehren. Als Ersatz für die geplante Verlängerung der Linie 6 bis Arheilgen/Nord müßte diese Zahl nochmals deutlich erhöht werden, um den gleichen Standard zu erreichen. Dabei ist fraglich, ob damit der selbe hohe Standard wie mit einer Straßenbahn garantiert werden könnte, da das Umsteigen an Merck eine Verringerung der Qualität bedeutet, die Fahrzeit zur Innenstadt verlängern würde, die Verbindung anfälliger für Verspätungen wird und zudem Busse im Allgemeinen von den Nutzern schlechtere Komfortnoten bekommen als Straßen-bahnen und daher nicht so gut angenommen werden.

Eine Umsetzung dieses Vorschlages würde mit großer Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass wieder mehr Personen auf ein Auto umsteigen, was eine Erhöhung des Verkehrs zur Folge hätte und den Effekt der neuen Umgehung eliminieren würde. Die Situation auf den Arheilger Buslinien ist bereits heute Problembehaftet: Verspätungen kommen durch das „Mitschwimmen“ der Busse im PKW-Verkehr häufig vor und die Fahrzeuge sind speziell im Schüler- und Pendlerverkehr überfüllt.

Schlicht falsch ist die Aussage daß der Straßenbahnausbau mindestens 20 Millionen DM kosten soll. Nach Aussagen des Stadtplanungsamtes beschreibt das angesprochene Investitionsvolumen den Betrag für die gesamte Umgestaltung des Arheilger Ortskerns. Auf die Straßenbahn entfällt dabei nur ein Anteil der genannten Summe. Ebenso verwunderlich ist die Befürchtung, dass für die Umgestaltung Vorgärten geopfert würden. Es wird einzig über Baumpflanzungen im straßennahen Bereich der Vorgärten nachgedacht, um einen durchgehenden Allee-Charakter zu schaffen.

Eine Anbindung der Arheilger Bürger (mit einer Straßenbahn und einem Ringbus) untereinander, zum Versorgungszentrum um die Untere Mühlstrasse zur Innenstadt und zur S-Bahn wertet den Stadtteil langfristig auf, gibt ihm den Status, den er verdient hat und ist deshalb zwingend notwendig. Eine Reduzierung des Arheilger Binnenverkehrs und des Pendlerverkehrs nach Darmstadt, sowie eine Verbannung des Durchgangsverkehrs auf die neue B3 sind nur durch die geplanten Baummaßnahmen und weiterreichend noch in Verbindung mit weiteren Attraktivitätssteigerungen des ÖPNV zu erreichen.

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