IVDA will privaten Anbieter für Fernverkehr gewinnen
Brief an Bahnunternehmen Connex
Die Ankündigung der Bahn AG ab dem kommenden Fahrplanwechsel am 15. Dezember den Fernverkehr in Darmstadt quasi einzustellen, hat den Verein für Innovative Verkehrssysteme Darmstadt e.V. (IVDA) zum Handeln bewogen. In einem Brief, der unter www.ivda.de abrufbar ist, fordert der Verein das private Bahnunternehmen Connex auf, eine Betätigung im Fernver-kehr des südhessischen Raum zu prüfen.
„Connex ist das erste private Unternehmen das in Deutschland der Bahn AG im Fernverkehr Konkurrenz macht.“ erläutert der 1. Vorsitzende des IVDA Felix Weidner. „Und das, wie es scheint, mit großem Erfolg.“ Seit dem 1. März verkehrt täglich ein Zugpaar mit dem sogenann-ten „InterConnex“ auf der Strecke (Gera)-Leipzig-Berlin-Rostock, die als ehemalige InterRegio Linie schon seit längerem nicht mehr bedient wird. Mit günstigen Tickets und gutem Service versucht Connex die laut Bahn unrentable Linie zu fahren. Als direkte Reaktion hat die Bahn mittlerweile angekündigt, ab dem kleinen Fahrplanwechsel am 16. Juni selbst wieder Züge auf der Strecke anbieten zu wollen.
„Wie man an diesem Beispiel deutlich sieht, belebt Konkurrenz tatsächlich das Geschäft.“ meint Weidner. „Und genau das brauchen wir auch im Fernverkehr von und nach Darmstadt.“ Mit sei-nem Vorstoß verläßt sich der junge Verein nicht darauf, dass die Bahn es sich in Sachen Anbin-dung des Hauptbahnhof aus Mitleid mit der Region noch einmal anders überlegt. Dies zu hoffen nennt der IVDA utopisch und vermessen und fordert statt dessen auf, über Alternativen nachzu-denken. Hier seien vor allem die Parteien und Politiker gefordert.
Noch prüfen will der IVDA, ob er auch bezüglich der ICE Neubaustrecke (NBS) Frankfurt-Stuttgart an Connex oder andere private Bahnanbieter herantreten will. Angesichts des Umset-zungszeitraums und der Nutzungszeitspanne der NBS glaubt der Verein nicht an eine ausschließ-liche Nutzung durch die Bahn AG. Daher sei es wichtig, daß alle Möglichkeiten gewahrt blieben. „Wenn die Bahn, mit welchem Zug auch immer, an Darmstadt und 800.000 Menschen vorbei fahren will, dann kann Sie niemand daran hindern.“ so Weidner. „Aber sie darf Mitbewerber durch eine Umfahrung Darmstadts nicht dazu zwingen den selben Fehler zu begehen.“