Zurück

19.10.2002

IVDA Presseerklärung:

Arheilger wollen die Straßenbahn

IVDA e.V. geht Meinung der Fahrgäste auf den Grund

Wenn es nach dem Willen der Arheilger ÖPNV-Nutzer geht, dann fahren auch weiterhin Straßenbahnen nach Arheilgen - das ist das Ergebnis einer Blitz-Umfrage des Verein für Innovative Verkehrssysteme Darmstadt e.V (IVDA) Anfang Oktober. Denn in den kurzen Interviews sprachen sich allein 93% der HEAG-Fahrgäste gegen einen Rückbau der Straßenbahn aus Arheilgen aus.

Ausgangspunkt für die Umfrage war eine in Arheilgen schon seit längerem geführte Diskussion über die Zukunft der Straßenbahn. Während die Stadt und eine Mehrheit der Bürger die Straßenbahn gern zweigleisig bis zum nördlichen Ortsausgang (Araltankstelle) und irgendwann bis Wixhausen verlängern möchte, wünschen betroffene Anlieger eine Verkürzung der Straßenbahn bis Merck; Arheilgen soll dann von Bussen bedient werden. "Der Schienenersatzverkehr der HEAG in den Herbstferien kam uns da sehr gelegen," sagt Stefan Opitz vom IVDA, denn wegen Gleisbauarbeiten fuhren in dieser Zeit Busse anstatt der gewohnten Straßenbahnen zwischen Eberstadt und Arheilgen. Besonders wichtig dabei: wer nach Arheilgen wollte, musste an der Wendeschleife Merck umsteigen. Die dort auftretenden Wartezeiten nutze der IVDA um sich an drei Tagen ein kleines Stimmungsbild der Fahrgäste einzuholen.

"Von der Höhe des Ergebnisses unserer Umfrage waren wir doch etwas überrascht," gibt Opitz zu. Denn allein 93% der etwa 200 Befragten sprachen sich strikt gegen die Verkürzung der Bahn bis Merck aus. Nur 3% sind dafür und weitere 4% unentschieden. Die Tendenz jedoch hatte der Verein nicht anders erwartet - schließlich zeigen alle Erfahrungen aus anderen Projekten, dass Bequemlichkeit oberste Maxime beim ÖPNV ist, und die Tram von den Nutzern nun mal als bequemer angesehen wird als der Bus. Einen weiteren Umsteigevorgang für die ca. 8000 Fahrgäste täglich zu schaffen, und deren Umstieg aufs Auto zu riskieren entspräche nicht den Vorstellungen eines modernen ÖPNV, der eher zu direkten Fahrbeziehungen tendiert.

„Dieses Votum zeigt, dass aus Sicht der Fahrgäste ein Umbau, der nicht mindestens das Status Quo beibehält, nicht diskussionswürdig ist. Man sollte lieber bei den Plänen zur Streckenverlängerung einen Konsens finden, der für alle tragbar ist, anstatt auf inakzeptablen Ideen zu beharren“ fasst Opitz die Ergebnisse zusammen.

Mit der HEAG will der Verein sich in den kommenden Tagen in Verbindung setzen. Die Ergebnisse der Untersuchung, in der auch nach der Zufriedenheit mit dem Schienenersatzverkehr gefragt wurde, zeigen, dass die Fahrgäste in diesem Bereich nicht sonderlich zufrieden sind. Zwar erkennen die meisten, dass gebaut werden muss, sind aber ob der großen Verspätungen und schlechten Anschlüsse sehr erzürnt. "Die gesammelten Anregungen der Fahrgäste werden wir an die HEAG weitergeben," verspricht Opitz und verweist auf die Homepage des Vereins, wo unter www.ivda.de weitere Informationen zum Thema Arheilgen abgelegt sind, sowie alle anderen Projekte des Vereins vorgestellt werden, so auch die Möglichkeit, auf Mängel aller Art im ÖPNV-Netz hinzuweisen.

Kurz-URL:

Link teilen: Quelle twittern 

Zurück